Wer rechtliche Hilfe braucht, scheut häufig zuerst die Kosten. Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe können Menschen mit geringem Einkommen unterstützen, wenn eine anwaltliche Beratung oder ein gerichtliches Verfahren sonst kaum bezahlbar wäre.
Mit dem Vorcheck kannst du Einkommen, Wohnkosten, Unterhaltspflichten und deine rechtliche Situation grob einordnen. Das Ergebnis zeigt dir, ob Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe oder Verfahrenskostenhilfe als nächster Schritt infrage kommen könnten und welche Unterlagen du bereithalten solltest.
Vorcheck für rechtliche Unterstützung
Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe prüfen
Dieser Vorcheck ordnet deine Angaben zu Einkommen, Ausgaben, Haushalt und rechtlicher Situation ein. Das Ergebnis zeigt, ob Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe oder Verfahrenskostenhilfe als nächste Prüfung infrage kommen könnten.
Wichtig vor dem Start
Das Tool ersetzt keine Rechtsberatung und keine Entscheidung des Amtsgerichts oder Gerichts. Es ist eine Orientierung, damit du deine Unterlagen und nächsten Schritte besser einschätzen kannst.
Deine Auswertung
Ergebnis des Vorchecks
Finanzielle Orientierung
Außergerichtliche Hilfe
Gerichtliche Hilfe
Nächste Schritte
Die Berechnung ist eine vereinfachte Orientierung. Gerichte prüfen Einkommen, Ausgaben, Vermögen, Unterhaltspflichten, Erfolgsaussichten und die Besonderheiten des Einzelfalls.
Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe: Was der Vorcheck zeigt
Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe sollen verhindern, dass rechtliche Hilfe allein am Geld scheitert. Wer ein geringes Einkommen hat, hohe Wohnkosten trägt, Unterhalt leisten muss oder in einer finanziell angespannten Lage steckt, kann unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung bekommen. Dabei geht es nicht darum, ob ein rechtliches Problem unangenehm oder dringend ist, sondern ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Der Vorcheck hilft dabei, die wichtigsten Punkte vorab zu sortieren. Er fragt nach Einkommen, Ausgaben, Haushalt, Vermögen und der rechtlichen Situation. Daraus entsteht keine verbindliche Entscheidung, aber eine erste Richtung. Genau diese Orientierung ist hilfreich, bevor man beim Amtsgericht, bei einer Kanzlei, einer Beratungsstelle oder im gerichtlichen Verfahren die nächsten Schritte geht.
Der Unterschied zwischen Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe
Beratungshilfe betrifft die außergerichtliche rechtliche Beratung. Sie kann relevant werden, wenn du ein Schreiben erhalten hast, eine Forderung prüfen lassen möchtest, Ärger mit einem Vertrag hast, eine Kündigung einschätzen willst, einen Bescheid nicht verstehst oder vor einem möglichen Widerspruch stehst. In solchen Fällen geht es zunächst nicht um ein Gerichtsverfahren, sondern um rechtliche Beratung und manchmal auch um außergerichtliche Vertretung.
Prozesskostenhilfe betrifft dagegen gerichtliche Verfahren. Sie kann wichtig werden, wenn eine Klage erhoben werden soll, du dich gegen eine Klage verteidigen musst oder bereits ein Verfahren läuft. In Familiensachen wird häufig von Verfahrenskostenhilfe gesprochen. Inhaltlich geht es ebenfalls darum, ob die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens wegen der finanziellen Lage ganz oder teilweise übernommen werden können.
Der zentrale Unterschied lautet: Beratungshilfe hilft vor dem Gericht oder außerhalb des Gerichts. Prozesskostenhilfe und Verfahrenskostenhilfe betreffen das Verfahren vor Gericht.
Warum Einkommen allein nicht genügt
Viele Menschen schauen zuerst nur auf ihr Nettoeinkommen. Das reicht für eine Einschätzung aber nicht aus. Bei Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe zählen auch Freibeträge, Wohnkosten, Unterhaltspflichten, besondere Belastungen und vorhandenes Vermögen. Zwei Personen mit gleichem Einkommen können deshalb zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Ein alleinstehender Arbeitnehmer mit niedriger Miete kann anders bewertet werden als eine alleinerziehende Person mit mehreren Kindern und hoher Warmmiete. Auch notwendige Ausgaben können eine Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel Unterhaltszahlungen, bestimmte Versicherungsbeiträge oder besondere Belastungen, die regelmäßig anfallen und nachgewiesen werden können.
Der Vorcheck rechnet deshalb nicht nur Einkommen minus Miete. Er berücksichtigt zusätzlich persönliche Freibeträge und Unterhaltspflichten. Dadurch entsteht eine deutlich realistischere erste Einordnung.
Welche Angaben für den Vorcheck wichtig sind
Für eine brauchbare Einschätzung brauchst du vor allem monatliche Werte. Dazu gehören dein Nettoeinkommen, weitere Einnahmen, Warmmiete oder Wohnkosten, private Kranken- und Pflegeversicherung, besondere Belastungen und die Zahl der Personen, für die du tatsächlich aufkommst.
Bei den Einnahmen sollten nicht nur Lohn oder Gehalt berücksichtigt werden. Auch Rente, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Unterhalt, Minijob-Einnahmen oder andere regelmäßige Zahlungen können relevant sein. Entscheidend ist, was dir monatlich zur Verfügung steht.
Bei den Ausgaben kommt es nicht auf jeden privaten Wunsch an. Wichtig sind vor allem notwendige Belastungen. Wohnkosten, Unterhaltszahlungen und bestimmte Versicherungen sind in der Regel deutlich wichtiger als freiwillige Konsumausgaben.
Warum Vermögen gesondert geprüft wird
Selbst wenn das monatliche Einkommen niedrig ist, kann vorhandenes Vermögen eine Rolle spielen. Wer erhebliche Rücklagen, verwertbare Geldanlagen oder andere Vermögenswerte besitzt, muss damit rechnen, dass die Unterstützung nicht ohne weitere Prüfung bewilligt wird.
Nicht jeder kleine Betrag auf dem Konto führt automatisch zu Problemen. Viele Menschen brauchen Rücklagen für Miete, Nachzahlungen, Reparaturen oder laufende Lebenshaltungskosten. Entscheidend ist, ob verwertbares Vermögen vorhanden ist und ob dieses nach den Regeln des jeweiligen Verfahrens einzusetzen wäre.
Der Vorcheck fragt deshalb nur grob nach geringem, unklarem oder deutlichem verwertbarem Vermögen. Bei unklaren Fällen sollte man Kontoauszüge, Sparguthaben, Versicherungen und sonstige Vermögenswerte vollständig offenlegen und prüfen lassen.
Beratungshilfe: Wann sie besonders relevant ist
Beratungshilfe ist vor allem dann interessant, wenn ein rechtliches Problem noch außergerichtlich geklärt werden kann. Das kann bei Verträgen, Kündigungen, Mietfragen, Inkasso, Verbraucherproblemen, Sozialleistungen, Krankenkassenentscheidungen, Pflegeleistungen, Versicherungen oder behördlichen Schreiben der Fall sein.
Wer zum Beispiel einen ablehnenden Bescheid erhält und nicht weiß, ob ein Widerspruch Aussicht hat, kann Beratungshilfe prüfen. Auch bei einer strittigen Forderung, einer unklaren Mahnung oder einem problematischen Vertrag kann sie weiterhelfen. Wichtig ist, dass nicht bereits eine andere zumutbare Hilfe greift.
Eine Rechtsschutzversicherung, ein Mieterverein, eine Gewerkschaft, eine Schuldnerberatung, eine Verbraucherzentrale oder eine spezielle Beratungsstelle können je nach Thema vorrangig sein. Beratungshilfe ist keine Abkürzung, wenn eine andere Stelle die Angelegenheit bereits abdecken kann.
Prozesskostenhilfe: Wann ein gerichtlicher Bezug besteht
Prozesskostenhilfe wird relevant, wenn es um ein gerichtliches Verfahren geht. Das kann eine Klage, eine Verteidigung gegen eine Klage, ein Antrag oder ein laufendes Verfahren sein. Wer ein gerichtliches Verfahren führen muss, kann die Kosten ohne Unterstützung schnell als erhebliche Belastung erleben.
Neben der finanziellen Lage zählt bei Prozesskostenhilfe zusätzlich die Erfolgsaussicht. Das Gericht prüft also nicht nur, ob das Geld knapp ist. Es prüft auch, ob die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung eine nachvollziehbare Grundlage hat.
Das bedeutet nicht, dass der Ausgang sicher sein muss. Aber das Anliegen darf nicht von vornherein aussichtslos erscheinen. Genau deshalb ist eine vorherige Einschätzung durch eine geeignete Beratungsstelle oder Kanzlei wichtig, besonders wenn Fristen laufen.
Monatsraten bei Prozesskostenhilfe
Prozesskostenhilfe bedeutet nicht immer, dass gar nichts gezahlt werden muss. Je nach einzusetzendem Einkommen kann das Gericht eine Monatsrate festsetzen. Dann werden die Kosten nicht sofort vollständig verlangt, sondern über Raten abgedeckt.
Der Vorcheck zeigt deshalb nicht nur, ob Prozesskostenhilfe grundsätzlich in Betracht kommen könnte. Er gibt auch eine grobe Orientierung, ob eine Monatsrate entstehen könnte. Diese Berechnung bleibt vereinfacht, weil Gerichte die Unterlagen im Detail prüfen und einzelne Belastungen anerkennen oder ablehnen können.
Wer nach der Berechnung knapp über einer Grenze liegt, sollte das Ergebnis nicht vorschnell als Absage verstehen. Gerade bei besonderen Belastungen, Unterhaltspflichten oder schwankenden Einnahmen lohnt sich eine genaue Prüfung.
Welche Unterlagen du vorbereiten solltest
Für Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe sind Nachweise entscheidend. Ohne Unterlagen lässt sich die finanzielle Lage kaum prüfen. Sinnvoll sind aktuelle Einkommensnachweise, Kontoauszüge, Mietvertrag oder Mietbescheinigung, Nachweise über Nebenkosten, Versicherungsbeiträge, Unterhaltszahlungen und besondere Belastungen.
Zusätzlich brauchst du Unterlagen zum rechtlichen Problem. Dazu können Bescheide, Verträge, Kündigungen, Mahnungen, Inkassoschreiben, E-Mails, Briefe, Fristmitteilungen, Gerichtsschreiben oder Widerspruchsunterlagen gehören. Je besser diese Unterlagen geordnet sind, desto leichter lässt sich die Lage einschätzen.
Bei Beratungshilfe ist außerdem wichtig, ob bereits andere Hilfen geprüft wurden. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, sollte klären, ob diese den Fall übernimmt. Wer Mitglied in einem Mieterverein oder einer Gewerkschaft ist, sollte prüfen, ob dort Beratung möglich ist.
Warum Fristen besonders wichtig sind
Rechtliche Unterstützung hilft wenig, wenn eine Frist bereits abgelaufen ist. Bei Bescheiden, Kündigungen, Mahnungen, Klagen oder gerichtlichen Schreiben können kurze Fristen gelten. Deshalb sollte man bei laufenden Fristen nicht erst lange sammeln und abwarten.
Wenn du ein Schreiben mit Datum, Zustellung oder Frist erhalten hast, sollte dieser Punkt ganz oben stehen. Notiere das Eingangsdatum, bewahre den Umschlag auf und prüfe, bis wann reagiert werden muss. Bei Unsicherheit ist eine schnelle erste Einschätzung besser als eine perfekte, aber verspätete Vorbereitung.
Der Vorcheck kann dir zeigen, welche Hilfeart wahrscheinlich passt. Er ersetzt aber nicht den rechtzeitigen Blick auf die Frist.
Häufige Fehler beim Antrag
Ein häufiger Fehler ist, nur das Einkommen anzugeben und Ausgaben nicht vollständig nachzuweisen. Dadurch kann die finanzielle Lage schlechter dargestellt werden, als sie tatsächlich ist. Wohnkosten, Unterhaltspflichten und besondere Belastungen sollten nicht nur erwähnt, sondern belegt werden.
Ein weiterer Fehler ist die falsche Einordnung der Hilfeart. Wer außergerichtliche Beratung braucht, ist bei Beratungshilfe näher dran. Wer bereits im gerichtlichen Verfahren steht, muss eher an Prozesskostenhilfe oder Verfahrenskostenhilfe denken.
Auch unklare Angaben zu Vermögen führen schnell zu Rückfragen. Es ist besser, vollständige Angaben zu machen, als später den Eindruck zu erzeugen, wichtige Informationen seien ausgelassen worden.
Wann das Ergebnis „prüfen“ bedeutet
Wenn der Vorcheck kein klares Ja oder Nein ausgibt, ist das kein schlechtes Ergebnis. Viele Fälle liegen im Grenzbereich. Das kann an unklaren Belastungen, schwankendem Einkommen, vorhandenen Rücklagen, einer Rechtsschutzversicherung oder an der noch offenen Erfolgsaussicht liegen.
Gerade bei Prozesskostenhilfe kann ein Fall finanziell passen, aber an der rechtlichen Einschätzung hängen. Umgekehrt kann ein rechtlich nachvollziehbarer Fall finanziell zu einer Monatsrate führen. Deshalb ist die Kombination aus Geldprüfung und Fallprüfung so wichtig.
„Genau prüfen“ bedeutet also: Unterlagen sortieren, Fristen beachten und gezielt klären, welche Stelle zuständig ist.
Häufige Fragen
Was ist Beratungshilfe?
Beratungshilfe ist eine staatliche Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen, die rechtliche Beratung außerhalb eines Gerichtsverfahrens benötigen. Sie kann bei vielen zivilrechtlichen, sozialrechtlichen, arbeitsrechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Fragen eine erste anwaltliche Hilfe ermöglichen.
Was ist Prozesskostenhilfe?
Prozesskostenhilfe kann die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens ganz oder teilweise abdecken, wenn die finanziellen Voraussetzungen erfüllt sind. Zusätzlich muss das Verfahren eine nachvollziehbare Aussicht auf Erfolg haben und darf nicht mutwillig geführt werden.
Was ist der Unterschied zur Verfahrenskostenhilfe?
Verfahrenskostenhilfe ist vor allem in Familiensachen gebräuchlich. Der Grundgedanke ähnelt der Prozesskostenhilfe: Menschen mit geringem Einkommen sollen ein gerichtliches Verfahren nicht allein aus Kostengründen vermeiden müssen.
Kann ich Beratungshilfe bekommen, wenn ich eine Rechtsschutzversicherung habe?
Wenn eine Rechtsschutzversicherung den Fall übernimmt, ist Beratungshilfe in der Regel problematisch. Vor einem Antrag sollte deshalb geklärt werden, ob Versicherungsschutz besteht und ob der konkrete Fall abgedeckt ist.
Kann Prozesskostenhilfe auch mit Raten bewilligt werden?
Ja, Prozesskostenhilfe kann auch mit Monatsraten bewilligt werden. Ob Raten anfallen, hängt vom einzusetzenden Einkommen und den anerkannten Abzügen ab.
Welche Unterlagen brauche ich für Beratungshilfe?
Wichtig sind Einkommensnachweise, Kontoauszüge, Mietnachweise, Belege über Belastungen und alle Schreiben zum rechtlichen Problem. Zusätzlich sollte geklärt sein, ob eine andere Stelle oder Versicherung helfen kann.
Welche Unterlagen brauche ich für Prozesskostenhilfe?
Neben den finanziellen Nachweisen werden Unterlagen zum gerichtlichen Verfahren benötigt. Dazu gehören Klageschrift, Bescheide, Verträge, Schriftverkehr, Fristen und alle Dokumente, die den Anspruch oder die Verteidigung stützen.
Kann ich den Vorcheck als Entscheidung verwenden?
Nein, der Vorcheck ist nur eine Orientierung. Die verbindliche Entscheidung trifft die zuständige Stelle nach Prüfung der vollständigen Unterlagen.
Was mache ich, wenn eine Frist läuft?
Bei laufenden Fristen solltest du schnell handeln und die wichtigsten Unterlagen sofort zusammenstellen. Ein unvollständiger erster Schritt ist besser als gar keine Reaktion, wenn dadurch eine Frist verpasst würde.
Kann Beratungshilfe auch bei Widerspruch gegen einen Bescheid helfen?
Ja, bei Problemen mit Bescheiden kann Beratungshilfe je nach Lage relevant sein. Wichtig ist, ob der Fall außergerichtlich liegt, ob keine andere zumutbare Hilfe greift und ob die finanziellen Voraussetzungen erfüllt sind.